Unity3D unter Linux – funktioniert das?

Seit Ende August 2015 gibt es Unity3D nun endlich auch für Linux. Am 26. August kündigte Unity3D stolz den ersten experimental build an, den sich jeder kostenlos herunterladen und ausprobieren kann.

Seitdem ist viel passiert. Die Linux-Version von Unity wird – wie auch die Windows- und Mac- Versionen – regelmäßig auf den
neuesten Stand gebracht, Bugs werden behoben und die Unterstützung verbessert.

Um immer up-to-date zu bleiben, hat Unity einen weiteren Blog eingerichtet, wo sich jeder über den aktuellen Stand informieren und den neuesten Build runterladen kann: Unity on Linux – Release notes and known issues

Aufgrund meiner Erfahrung mit Unity3D durch frühere Projekte und dadurch, dass ich am liebsten auf einem Linux System arbeite, hat mich diese Nachricht sehr gefreut und ich konnte nicht anders, als es sofort auszuprobieren.

 

Herunterladen und installieren

Also los: Den Blog geöffnet, einmal nach unten gescrollt und die letzte Version rausgesucht.

Offiziell unterstützt Unity nur Ubuntu ab Version 12.04+. Um also die Fehlerquellen so gering wie möglich zu halten, probiere ich es auf einer stabilen Ubuntu 14.04 x64 LTS Version.

Unity liefert ein .deb Packet aus, somit ist die Installation in wenigen Schritten beendet: Runterladen und mit einem einfachen Doppelklick auf das Packet über den Package Manager von Ubuntu installiert.

 

Grafiktreiber

Bevor Unity jedoch gestartet werden kann, muss noch eine Kleinigkeit erledigt werden: Der Grafiktreiber.

Ich habe eine einfache NVIDIA notebook Grafikkarte. Standardmäßig benutzt Ubuntu jedoch hierfür den open source Nouveau-Treiber, der keine 3D-Beschleunigung unterstützt.

Also erst einmal einen passenden Treiber installieren. Hierzu reicht es in der Regel schon aus, einen der mitgelieferten, proprietären Grafiktreiber zu verwenden, der nur über die Systemeinstellungen heruntergeladen und aktiviert werden muss.

Dazu öffne ich einfach die Systemeinstellungen -> Software & Updates -> Tab „Weitere Treiber“. Nach einer kurzen Wartezeit tauchen hier alle verfügbaren Grafiktreiber auf.
NVIDIA stellt selbst Treiber für Linux her, welche zwar nicht von der Ubuntu community verbessert, aber getestet werden können.

Hinweis: In älteren Ubuntu-Versionen befindet sich diese Funktion direkt in der Systemsteuerung unter „Weitere Treiber“ oder „Hardware-Treiber“

Ich wähle also einen passenden Treiber (möglichst mit dem Vermerk „getestet“) und wähle „aktivieren“.

Bei den meisten Grafikkarten sollte dies ohne Probleme funktionieren. Falls es Probleme gibt, kann es sein, dass der Treiber manuell installiert werden muss. Dazu gehen Sie am besten auf die Herstellerseite der Karte und suchen nach einem passendem Treiber.

Eine Anleitung zum Installieren von Grafiktreibern unter Ubuntu ist hier zu finden.

 

Der erste Versuch, die ersten Probleme

Nachdem ich also den Treiber installiert habe, direkt der erste Versuch, Unity3D zu starten.

Unity3D wird bei der Installation versuchen, in der Symbolleiste das Start-Icon für den Unity3D Editor zu erstellen.

Falls ihr Unity direkt starten wollt, findet ihr die ausführbare Datei hier:

/opt/Unity/Editor/Unity

Nach dem Start erscheint der gewohnte Unity-Splashscreen und: Es passiert nichts.
Nach 5 Minuten Wartezeit hat sich immernoch nichts bewegt. Es erscheint nachwievor nur der Splash-Screen und ein Fenster mit dem Titel „recent“.

 

 

 

Also erst einmal in die Log-Datei geschaut. Diese befindet sich unter

~/.config/unity3d/Editor.log

 

Hier finde ich zwei verdächtige Einträge:

CopyPackageFile failed, unable to copy /opt/Unity/Editor/Data/Resources/Packages/unity-editor-home-0.0.7.tgz to /home/cwichert/.local/share/unity3d/Packages/unity-editor-home-0.0.7.tgz

CopyPackageFile failed, unable to copy /opt/Unity/Editor/Data/Resources/Packages/unityeditor-cloud-hub-0.0.1.tgz to /home/cwichert/.local/share/unity3d/Packages/unityeditor-cloud-hub-0.0.1.tgz

 

Unity versucht, beim ersten Start, packages ins lokale share-Verzeichnis zu kopieren. Das Problem ist, auf meiner Maschine existiert der Ordner ~/.local/share/unity3d nicht.

Also: Ordner erstellen und neu probieren.
Und siehe da: nach kurzer Startzeit erscheint das Unity3D Login-Fenster.

Wir können also loslegen. Erste oberflächliche Tests zeigen erst einmal, dass es zu funktionieren scheint.
An der Oberfläche selbst hat sich nichts geändert. Es ist exakt wie die Windows- und Mac-Versionen. Fast schon zu exakt, denn an einigen Stellen sieht man noch nicht native Elemente und Fenster. Die stören zwar ein wenig der Optik, tun aber der Funktionalität keinen Abbruch.

 

 

Genauere Informationen über den aktuellen Stand der Entwicklung und bekannte Probleme, könnt ihr jederzeit
im Release-Notes post verfolgen, auf den ich bereits zu Beginn verwiesen habe.

 

Wer noch nie mit Unity3D gearbeitet hat, findet hier liebevoll gestaltete Video- und Texttutorials.

Happy coding!

 

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar